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22. Oktober 2020

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Die Archive von Familie Frank werden erstmals vereint und öffentlich gemacht.
 

Mit der Wiedereröffnung des Jüdischen Museums Frankfurt wird das im Jahre 2012 gegründete Familie Frank Zentrum öffentlich zugänglich. Ein Schwerpunkt des Hauses ist die Familiengeschichte von Anne Frank: In der Dauerausstellung lernen Besucherinnen und Besucher Geschichte und Erbe der Familienverbände Franks und Elias kennen. Der reichliche Nachlass bestehend aus Dokumenten, Briefen, Schriften und Fotos wird im Museumsarchiv erschlossen und Forscherinnen und Forscher zugänglich gemacht. In der Bibliothek widmet sich ein eigener Bestand der Familiengeschichte sowie der Herausgabe und Rezeption des Tagebuchs von Anne Frank. Darüber hinaus bieten diverse Bildungsangebote neue Zugänge zur Familiengeschichte.


Gründung des Familie Frank Zentrums

Nach seiner Rückkehr aus dem Amsterdamer Exil gründete Otto Frank die Nachlassstiftung Anne Frank Fonds in Basel und setzte sie als Universalerbin und Herausgeberin der Tagebücher seiner Tochter ein. Der Anne Frank Fonds beschloss 2012 gemeinsam mit der Familie Elias-Frank und der Stadt Frankfurt, die umfangreichen Familiennachlässe wie Briefe, Fotos, Möbel, Porzellan und Bücher dauerhaft im Jüdischen Museum in der Heimatstadt der Familien zu vereinen.

Buddy Elias, der mit seinen Cousinen Anne und Margot Frank in der Geburtsstadt Frankfurt die ersten Jahre vor dem Exil verbrachte, sah die Chance, die Geschichte seiner Familie in einem breiteren Kontext jüdischer Geschichte anzusiedeln, die weit über die Schoa hinausweist. Im Jüdischen Museum sah er einen Partner, der es ermöglicht, «unsere Archive der Forschung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen und einem akademischen und öffentlich sichtbaren Umfeld anzusiedeln.» In diesem Sinne wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Objekte und Dokumente zur Familiengeschichte ans Museum übergeben und erschlossen.


Aufgaben und Ziele

Die umfassende Objekt-Sammlung und die zu einem Familienarchiv zusammengefassten Originaldokumente der Familie Frank-Elias bieten die Grundlage für diverse Forschungsprojekte. Spezielle Forschungsarbeitsplätze in der Museumsbibliothek ermöglichen es, die Bestände einzusehen. In der neuen Online-Sammlung des Museums werden die erforschten Alltagsgegenstände der Frank-Sammlung einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.
 

Eine kleine Auswahl der rund 1300 Objekte und der mehrere zehntausend Dokumente und Fotos umfassenden Sammlung wird in der Dauerausstellung zu sehen sein. Weitere Objekte und damit verbundene Geschichten sind für Wechselausstellungen vorgesehen.
 

Der Präsident des Anne Frank Fonds Basel und Mitgründer des Familie Frank Zentrums, John D. Goldsmith, sagt zur Eröffnung: «Dies ist ein wichtiger Schritt bei der Erschliessung der Geschichte einer im Holocaust verfolgten jüdischen Familie. Die Archive im Kontext ihrer Heimatstadt sollen gleichzeitig die Möglichkeit geben, das blühende Leben der Familie Frank aus der Vorkriegsperspektive zu beleuchten.»